Masuren
und seiner Schönheit
Masuren - das sind
Landschaften mit Städten und Dörfern wie aus dem
Bilderbuch soweit das Auge reicht.
Die Masuren, das
"Land der Tausend Seen" und dunklen Wäldern. Eine
große Seenplatte mit 90 km Wasserstraße, deren
Seebecken durch Flüsse und Kanäle mit einander
verbunden sind und an denen zahlreiche bezaubernde Häfen
liegen. In jedem Hafen sind die Segeltavernen abends mit gut
aufgelegten Gästen gefüllt und es finden mehrere
Shanties-Konzerte statt. Dank dieser Vielfalt kann den Touristen ein
unvergesslicher Urlaub geboten werden, in dem der Aufenthaltsort
tagtäglich gewechselt wird. Aber die Masuren sind auch das
Land, in dem die Natur seit Jahrhunderten unverändert und von
menschlichen Einflüssen verschont blieb. Dadurch hat man die
einmalige Gelegenheit bei einer Chartertour in Orten anzulegen, in
denen sich der naturbelassene Wald bis zum Seeufer ausstreckt.
Masuren, seine Seen und Wasserstraßen
Jezioro Mamry / Mauersee bei Kętrzyn
Mauersee, heute Jezioro Mamry, ist der zweitgrößte
See in der Masurischen Seenplatte. Er liegt zwischen Węgorzewo /
Angeburg und Giżycko / Lötzen und setzt sich aus zehn Teilen
zusammen, denen die Bevölkerung eigene Namen gab. Ob diese
Teile früher selbständige Seen waren, steht nicht
fest. Der Wasserspiegel liegt bei allen in etwa gleich hoch. Einen
besonderen Akzent geben dem See die vielen Inseln, deren
schönste Upalden ist, das masurische Helgoland. Auf allen
nisten Vögel. Der See ist 102 qkm groß und bis zu 44
m tief und durch den Masurischen Kanal mit der Alle verbunden.
Auf der Masurischen Seenplatte sind die kleinen Seen oft die
schönsten und romantischsten, besonders, wenn ihre Ufer von
dichten Wäldern gesäumt werden oder sich
plötzlich Lichtblicke öffnen, die die Weite des
Landes zwischen Himmel und Wasser ahnen lassen. Zu den kleineren Seen
gehört der Taitasee, der dem Mauersee zufließt.
Jezioro Niegocin / Lötzner Kissainsee
Der Südzipfel es Mauersees trägt den Namen Jezioro
Niegocin/ Lötzner Kissainsee. Durch seinen Inselreichtum
unterscheidet er sich vom Angeburger Kissainsee. In der Nähe
liegt der Konopkeberg, auf dem der Sage nach der Teufel gehaust haben
soll. Der Galgenberg erhebt sich 149 Meter hoch und gibt eine herrliche
Aussicht auf Land und Seen. Hier ist man mitten im Land der dunklen
Wälder und kristallenen Seen. Vom Lötzener Kissainsee
aus kann man die Bruderseen kennenlernen, den Doberschen See mit der
Insel Silm, dem Dargainensee ,den kleinen, doch besonderes
schönen Kirsaitensee mit der Insel Wittfang und der
Kirsaiteninsel und weiter hinauf den Schwenzaitsee, den Kleinen
Mauersee und den Angernburger See. Alle zusammen bilden sie den
Mauersee. Über die Seen führt die Masurische
Wasserstraße; um sie herum liegen kleine
Masurendörfer. Hier leben Menschen, die sich vom Fischfang und
von der Holzwirtschaft nähren und den Fremden stets willkommen
heißen.
Masuren und seine
Städte
Olsztyn /Allenstein
Der kulturelle Mittelpunkt und das wirtschaftliche Zentrum des
Ermlandes war Allenstein an der Alle. Die Stadt wurde 1353 vom
Domkapitel des Bistums Ermland gegründet.
Ein
Wahrzeichen der Stadt ist das Hohe Tor und daneben die Jakobikirche.
Sehenswert ist die 1903 eingeweihte Herz-Jesu-Kirche mit ihrem 82 m
hohen Turm und das zwischen 1912 und 1916 erbaute neue Rathaus mit
Glockenspiel. Nicht zu vergessen ist das Schloss des Domkapitels, in
dem auch der Landprobst Nikolaus Copernikus sich sieben Jahre lang
aufhielt. Im neuen Glanz erstrahlte die Altstadt rund um den
Marktplatz. Allenstein, die ehemalige Hauptstadt
Südostpreußens, nannte sich auch "Stadt im
Grünen". Man lebte und lebt zwischen Wäldern und drei
Seen.
Olsztyn ist heute die Hauptstadt der
Wojwodschaft Warmińsko-Mazurskie, hat 167.000 Einwohner, zwei
Hochschulen, Theater, Philharmonie und ist Bischofssitz.
Mrąngowo
/ Sensburg
Den größten
Seenreichtum inmitten einer Landschaft, die von Hügeln und
Wäldern geprägt wird, findet man in der
näheren Umgebung von Mrąngowo. Durch diese abwechslungsreiche
Umgebung erhält die Stadt eine bevorzugte Lage und zieht im
Sommer viele Fremde an. Der Seenreichtum hat jedoch auch seinen
Nachteil. Wie errechnet wurde, liegt die Vegetation hier
gegenüber dem Memeltal um mindestens acht Tage
zurück. Das Laub fällt früher von den
Bäumen als in anderen Teilen Ostpreußens. Durch die
Verdunstung des Wassers kühlen die Abende und Nächte
besonders im Herbst stärker ab. Das Gebiet gehörte in
prussischer Zeit zur „Großen Wildnis“.
Święta Lipa / Heilige Linde
Wallfahrtskirche mit einem mächtigen Tonnengewölbe in
fast schwindelnder Höhe überkuppelt und
krönt das Mittelschiff der Kirche HEILIGELINDE. Architektur,
Malerei und Bildhauerkunst haben hier ein Bündnis geschlossen,
da es den emporblickenden Gläubigen einen Blick in den Himmel
zu geben gilt. Der Heilsberger Maler Matthias Meyer hat dieses
Meisterwerk in den Jahren 1722 – 1737 geschaffen. Himmel und
Erde neigen sich einander zu.
Rückblick
Masuren war ursprünglich von germanischen
Volksstämmen bewohnt, die im Zuge der Völkerwanderung
nach Westen zogen. Um 600 nach Christus besiedelte ein baltischer
Volksstamm, die Prussen, dieses Gebiet.
Im Jahre
1231 überschritt der erste Landmeister des Deutschen Ordens,
Hermann Balk, mit einer Schar von Kreuzrittern die Weichsel und
gründete als erste preußische Befestigung Burg und
Stadt Thorn, heute Toruń.
Damit begann die
eigentliche geschichtliche Zeit von Ostpreußen. Auch heute
noch fasziniert der rasche Aufstieg des Deutschen Ordensstaates, der
sich mit seinen mächtigen Burgen und Festungen weit nach Osten
und Norden ausbreitete. In dem christianisierten Gebiet kam es zu einer
Vielzahl von deutschen Städtegründungen, deren
Mittelpunkt die Ordenskirche war.
In den
Jahrhunderten danach gab es eine Vielzahl von Kriegen und
Umbrüchen, aber am Ende konnte sich Ostpreußen als
freies Land behaupten. Bis 1945, eine unglaublich reiche Kunst- und
Kulturlandschaft willkürlich zerstört wurde und
für immer verloren ging. Heute ist Ostpreußen
dreigeteilt - Die Zukunft liegt in der Einigung Europas und im
friedlichen Nebeneinander der großen und der kleinen Staaten.
Ostpreußen gibt es nicht mehr, aber
eine Geschichte von damals.
Der Kreis
Neidenburg hatte 21 Dörfer, die kleiner waren als WARCHALLEN,
das bei der Volkszählung von 1939 ganze 155 Seelen
zählte. Es lag an keiner Straße, bezog sein Wasser
aus einem Brunnen und schickte seine Einwohner, um teure Talglichter zu
sparen, „mit den Hühnern ins Bett“. Es
hatte weder eine Kirche, noch einen Turm, noch eine Turmuhr; die
Zeitansage besorgten allmorgendlich ein Hahn oder mehre Hähne,
deren Krähen als Weckruf über das einsame Land
schallte, das im Winter unter einer dicken Schneedecke wie begraben
lag, in jedem Frühling aber zu neuem Leben erwachte - zu einem
ländlichen, genügsamen Leben. Ein krummer Baum bot
dem Fremden die einzige Orientierung, wenn er in dieser gottverlassene
Gegend gelangte. Und doch hat auch sie ihre Reize. Man lebte inmitten
einer fast unberührten Natur; hier gab/gibt es keine
Umweltverschmutzung. Hier kannte jeder Mensch den anderen Menschen, war
jeder auf den anderen angewiesen. Das Leben vollzog sich in
patriarchalischen Formen, doch der Mensch fühlte sich
glücklich dabei.